Alpine Naturgefahren im Klimawandel - Teilprojekt Politiken und Handlungspraxis des Naturgefahrenmanagements seit Mitte des 19. Jahrhunderts

Bearbeitung: Dr. Klaus Pukall

Zeitraum: März 2011 bis Juni 2014

Finanzierung: BMBF über den Förderschwerpunkt Sozialökologische Forschung

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Projektbeschreibung

Das Projekt „Alpine Naturgefahren im Klimawandel“ deckt mit Hilfe einer interdisziplinären Problemanalyse Grenzen und Entwicklungslinien auf, die durch gesellschaftlich und politisch verankerte Vorstellungen vom Mensch-Naturverhältnis gesetzt werden und die Anpassung an den Klimawandel strukturieren. Systematische Ansätze aus Soziologie, Ethnologie, Politik- und Umweltwissenschaften und historisch-philosophische Ansätze sollen dabei verbunden werden, um eine konzertierte Untersuchung der wissenstheoretischen, philosophischen und kulturellen Grundlagen der Mensch-Natur-Verhältnisse, ihrer historischen Bedingtheit und ihrer zukünftigen Entwicklungspotentiale mit Blick auf den Klimawandel zu etablieren. Dazu werden lebensweltliche und professionelle Deutungsmuster und Handlungspraktiken untersucht, um in ihnen Bruchlinien und Anschlussmöglichkeiten hinsichtlich der Erfordernisse des Klimaschutzes und zur Anpassung des Naturgefahrenmanagements an den Klimawandel zu identifizieren.

Ziel des Teilprojekts „Politiken und Handlungspraxis des Naturgefahrenmanagements seit Mitte des 19. Jahrhunderts“ ist es den Niederschlag des Wandels der Deutungsmuster von Natur und Naturgefahren im institutionellen Kontext der Untersuchungsländer (Bayern/D, Graubünden/CH, Tirol,A) aufzuzeigen. Hierzu wird der Zeitraum seit der Entstehung der teilweise heute noch relevanten Gesetze und Verwaltung in der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Gegenwart, in der der Klimawandel als interpretatives Muster für die Bewältigung von Naturgefahren eine immer größere Rolle einnimmt, betrachtet.

Mit Hilfe der politikwissenschaftlichen Theorie des „punctated equilibriums“ werden die Diskursstränge in Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Medien analysiert und somit Politikwandel/der Wandel des institutionellen Kontexts erklärt. Der über 150 Jahre entstandene institutionelle Kontext bildet sowohl für die institutionalisierten Akteure des Naturgefahrenmanagements als auch für die zivilgesellschaftlichen Akteure einen Erfahrungsraum, der die Anpassung an den Klimawandel erschweren bzw. erleichtern kann.